Pressemitteilungen

NW    Schweicheln-Bernebeck    09.07.2016




NW    Schweicheln-Bernbeck    23.02.2016                                                        von KRISTINE GRESSHÖHNER





NW    Schweicheln-Bernbeck 15.05.2015                                                            von FELIX EISELE

 

NW         Kreis Herford  01.04.2015                                                                            von FELIX EISELE



Erlebnispädagogik in der Eickhofschule

Jugendliche fahren zum Wildwasserpaddeln nach Südfrankreich

Schweicheln-Bermbeck. Einmal das Klassenzimmer gegen ein Kajak und die Schulbänke gegen die Strömungen der Ardèche eintauschen – für einige Schüler der Eickhofschule wird dieser Traum schon bald Realität. Pünktlich zum Ende der Osterferien geht es für sie zum Wildwasserpaddeln nach Südfrankreich. Das Prinzip der Erlebnispädagogik macht es möglich – und lässt die Schüler nicht nur echte Abenteuer, sondern auch eine Entwicklung der Persönlichkeit erfahren.
Die Boote sind verladen, die Paddel poliert, die Neoprenanzüge aus dem Kleiderschrank gesucht. Die Eickhofschüler sind startklar für ihren Trip nach Südfrankreich, der am letzten Feriensonntag startet. Lange haben sie für ihren Ausflug trainiert, „vier Mal sogar an bewegten Stellen auf der Lippe“, sagt Lehrer Bernhard Bunte, der mit seinen Förderschülern sonst im schuleigenen Schwimmbad übt.
Es sind nicht nur sportliche Grundlagen, die dort vermittelt werden. Zwar ist das Beherrschen von Eskimo-Rolle und „Freestyle“, von Paddel und Boot zwingende Voraussetzung für die Fahrt auf der Ardèche. Im Mittelpunkt des Projekts stehen aber andere Fertigkeiten. „Die Schüler lernen hier Dinge, die nicht alle Schüler ihres Alters können. Das steigert das Selbstvertrauen“, sagt Pädagoge Ingo Greger. Die Folgen seien kaum zu übersehen: „Viele Schüler kommen mit Lerndefiziten hierher, können diese aber oft schnell aufholen, wenn sie erst einmal den Glauben an sich gewonnen haben “Konzept fördert soziale Kompetenz. Ein Konzept, das auch in der sozialen Kompetenz der Jugendlichen Früchte trägt. Wenn etwa ein Schüler mit seinem Kajak kentert, sind sofort ein paar Mitschüler zur Stelle, um zu helfen. „Dementsprechend besteht auch unsere Reisegruppe aus erfahrenen Paddlern und Neulingen“, sagt Bunte. „So können die Stärkeren den Schwächeren unterstützend zur Seite stehen.
Den Nachhaltigkeitseffekt gebe es dabei inklusive", ergänzt Ingo Greger. Schüler, die an anderen Schulen wegen verschiedener Fehltritte gescheitert seien, würden so wieder Vertrauen in Menschen aufbauen.
„Die schlimmste Verfehlung ist dann irgendwann höchstens noch das Rauchen auf dem Schulhof“, ergänzt Greger.
Die Schüler selbst können ihren Trip kaum erwarten. „Gemeinsam Hindernisse zu überwinden und voran zu kommen ist ein tolles Gefühl“, begründet etwa Toni. Mitschüler Ilyas ergänzt: „Eine bessere Motivation gibt es gar nicht.“.
Nächsten Sonntag geht es los. Die Reisegruppe besteht aus insgesamt sechs Schülern, einem Referendar, einem Schulsozialarbeiter und Lehrer Bernhard Bunte.
Bunte fährt schon einige Tage vorher nach Südfrankreich, um die Umgebung zu begutachten und Zelte für die Schüler aufzubauen. Der Rest der Gruppe startet am letzten Sonntag der Osterferien.
Die neun Boote, die mit auf die Tour genommen werden, gehören zum Teil dem schuleigenen Paddelverein, zum Teil der Schule selbst. Nach acht Tagen geht es für die Schüler wieder zurück in die Heimat. Neben dem Wildwasserpaddeln gibt es an der Eickhofschule auch Segel-, Kletter- und Bergsteiger-Angebote.

 

 

NW         Kreis Herford       Februar 2015                                                                 

 

 

NW         Kreis Herford       01.07.2014                                                                  VON HARTMUT BRAUN

Das Führungsduo der Eickhof-Schule sagt Tschüss

Hans Teut und Gerhard Froneck gehen in Pension - und der Schulrat bringt ihnen Zauberkunststücke bei    

Kreis Herford. Der Vorgänger hüllt sich in Schweigen. Der Schulträger spricht von einem "ganz besonderen Zeitpunkt". Der Schulrat zaubert. Ein Rapper-Video macht Stimmung. Hinterher gibt's Schnittchen. So wurde am Montag im Festsaal der Eickhof-Schule in Schweicheln dessen langjähriges Führungsduo Frohneck/Teut verabschiedet - in Form einer "erweiterten Lehrerkonferenz". Auch der Schülersprecher, einige Elternvertreter sowie Vertreter anderer Schulen waren eingeladen.
Der scheidende Schulleiter (seit 1990) Gerhard Frohneck (63) moderierte seinen Abschied selbst - und offenbarte damit die Zäsur, die sein Ausscheiden für die "Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung" bedeutet. Einen Nachfolger gibt es bislang weder für ihn noch für seinen Stellvertreter Hans Teut (62).
Doch mit dem "ganz besonderen Zeitpunkt" meinte Landrat Christian Manz in seiner Dankesrede auch den Sachverhalt, dass sich dieses Land als "große gesamtgesellschaftliche Aufgabe" das Thema Inklusion zutraut - was für viele (exklusive) Sonderschulen eine besondere Herausforderung ist.
Schulträgersprecher Manz schlug vor, das pädagogische Wirken der Eickhof-Schule unter Frohnecks und Teuts Führung als "Vorarbeit" für Inklusion zu werten. Doch niemand mochte diesen Faden aufgreifen: Rückblick war angesagt.
Als Sprecher des früheren Schulträgers Diakoniestiftung lobte Hans-Hermann Wolf die "kompetente, unaufgeregte Art" der Eickhof-Schulleitung. "Mir hat gefallen, dass Sie mit der Schule rausgehen, sich in der Gemeinde zeigen, damit Offenheit betonen", sagte Hiddenhausens Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer.
Das Schweigen von Ex-Rektor Wolfgang Clemm (bis 1990) gegenüber seinem Nachfolger war satirischer Natur - und als respektvolle Geste gemeint.
Eltern und Schüler kamen nicht zu Wort. Dafür zeigte Eickhof-Kooperationspartner Cikan Akbaba zwei von ihm mit Schülern in Herford produzierte Videoclips: "Egal welcher Landsmann - lebt euren Traum", wird da gerappt. Akbaba ist Berufsmusiker und Pädagoge und arbeitet auch mit Schülern der Eickhof-Schule.
Als Maximilian Kuntze plötzlich einen schwarzen Zylinder in der Hand hielt, ging ein Raunen durch den Raum. Der für Herford und Gütersloh zuständige Schulaufsichtsbeamte für Förderschulen holte zwar keine Kaninchen - und auch keine zusätzlichen Lehrerstellen - aus dem Hut. Dafür half er den Pädagogen Teut und Froneck beim effektvollen Gebrauch von Zaubersprüchen. Konrektorin Cornelia Rohde von der Hauptschule Bünde hatte da allerdings schon den virtuosen Umgang Fronecks mit sportlichen Sprachbildern wie Foul und Fairplay in Schülergesprächen gerühmt.
Mit Hans Teut verlässt jener Sonderpädagoge die Schule, der hier die Erlebnispädagogik einführte - und außerdem seit einer Ewigkeit für Stundenplan, Testverfahren und Finanzen verantwortlich war. Er sprach am Ende auch die Dankesworte für den Diakonieverbund und für den Kreis Herford, der 1994 die Schulträgerschaft von der Diakonie übernommen hatte. Teut: "Vergleichen Sie den baulichen Zustand unserer Schule mit dem einer Hauptschule - dann wissen Sie, wie gut der Kreis Herford als Schulträger ist."
Wie es an der Förderschule, die früher mal Schule für Erziehungshilfe hieß, nach dem vom Landrat sogenannten "ganz besonderen Zeitpunkt" weitergeht, bleibt offen.
Die beiden Ruheständler verrieten derweil schon mal, was sie vorhaben: Froneck zieht nach Paderborn, bleibt aber Fan von Arminia Bielefeld. Und Hans Teut sagt man gesteigerte Freude unter anderem an Hühnern, Tanzen, gutem Essen und seinem Gospelchor.






NW    Kreis Herford    27.06.2011

Großer Jubel
bei der Eickhofschule Hiddenhausen


Kreis  Herford(wad). Sie waren wieder einmal die besten, die Fußballer der Eickhofschule Hiddenhausen. Sowohl in der Wettkampfklasse (WK) II (13 Jahre und älter) als auch in der WK III (13 Jahre und jünger) setzten sich die Kicker aus der Großgemeinde in der Kreismeisterschaft der Förderschulen durch. In der WK II siegte die Eickhofschule 5:1 gegen die Werretalschule Löhne, 7:0 gegen die Albert-Schweitzer-Schule Kirchlengern, 4:0 gegen die Albert-Schweitzer-Schule Herford und 3:2 gegen die Heideschule Enger und sicherte sich souverän den Wanderpokal, den sie nach dem dritten Erfolg hintereinander behalten darf. Bei den Jüngeren ging es knapper zu. Die Eickhofschule gewann 6:2 gegen die Heideschule Enger und 5:0 gegen die Werretalschule Löhne und spielte 2:2 gegen die Albert-Schweitzer-Schule Herford. Aufgrund der besseren Tordifferenz lag die Eickhofschule am Ende vor der Albert-Schweitzer-Schule, die 1:0 gegen die Werretalschule und 4:1 gegen die Heideschule gesiegt hatte.

 

NW    Schweicheln-Bernbeck    21. September 2010

 

NW            24.04.2009                            VON THOMAS DOHNA

Paddeln fürs Vertrauen

Wie Schüler der Eickhof-Schule lernen, mit Problemen fertig zu werden                                          

Kreis Herford. Nein, rückwärts will Kevin nicht rutschen. "Ich bin doch nicht lebensmüde", sagt er. Steigt in seinen Kajak und rattert die Schräge hinunter ins kalte Wasser der Werre. Für Ömer ist die Rückwärtsrutsche kein Problem. Beide Jungen sind Schüler der Eickhof-Schule, der Förderschule des Kreises für soziale und emotionale Entwicklung. Die Kajakfahrt auf der Werre in Herford ist Teil ihres Unterrichts.
Früher nannte man solche Kinder "schwer erziehbar". Heute weiß man, dass ihnen vor allem eines fehlt: Vertrauen - in sich und in andere. Ihnen zu zeigen, wie sich das anfühlt, Vertrauen haben zu können und vertrauen zu können, will ihnen Ingo Greger zeigen. Er ist seit vielen Jahren Lehrer an der Eickhof-Schule. "Diese Kinder sind geprägt von jahrelangen Misserfolgserlebissen", sagt er.
 
Immer wieder scheiterten sie an den kleinen und großen Dingen des Lebens, immer wieder wurde ihnen bedeutet, dass sie nichts können. "Sehen sie sich Justin an", sagt Greger, "er hat einen Intelligenzquotienten von 130." Justin, ein farbiger Junge, steht mit seinem Kajak auf der Rutsche und lacht. Das Wasser tropft ihm von seinem Neoprenanzug. "Manchmal denke ich, dieser Junge müsste doch in eine andere Klasse", sagt Greger. Aber Justins Mutter meint, der Jungen müsse noch mehr lernen. 
Der Lehrer weiß, dass sie recht hat. Drei Jahre haben die Schüler Kajak-, Kletter- und Segelunterricht. Dazwischen sind nur wenige klassische Schulstunden. Nach den drei Jahren kommen sie in eine normale Klasse, die im Stoff viel weiter ist als sie - und holen das Fehlende oft innerhalb weniger Monate auf. "Sie haben in den drei Jahren gelernt, sich Aufgaben zu stellen, Probleme zu lösen und anderen zu helfen, aber auch, sich helfen zu lassen", sagt Greger. 
Dabei gehen Kinder und Lehrer oft einen harten Weg. Habib ist sauer. Klassenkameraden sind ihm zu nahe gekommen, er wusste sich nicht recht zu wehren. Habib will nicht mehr Kajak fahren. "Dann musst du eben zu Fuß nach Schweicheln gehen", sagt Greger in aller Ruhe. Der Junge protestiert, seine Mitschüler rufen ihn. 
Irgendwann setzt er sich in sein Boot und gleitet mit ihm in die Werre. Habib weiß, dass Greger Ernst gemacht hätte. Habib wäre mit seinem Boot auf der Schulter bis Schweicheln gelaufen, darauf kann er bei seinem Lehrer verlassen. Aber auch darauf: "Herr Greger, helfen Sie mir?